Bunkerzauber

Die Welt des Kleinfelds ist eine Welt für sich mit eigenen Gesetzen und sich wiederholenden Erfolgsgeschichten. Acht Jahre Entwicklung im Optimalfall, hunderte von Spielen, unzählige Turniere, draußen wie drinnen, knapp tausend Trainingseinheiten, für einige Aktive sogar mehr: Die Kicker und Kickerinnen wachsen von winzigen wilden Löwen zu kleinen ernstzunehmenden Raubkatzen heran.

Vom Minikicker bis in die Verbandsliga – oder sogar bis in den Berliner DFB-Auswahlkader – wir haben schon viele Talente entdeckt, gefördert, ausgebildet und schließlich am Ende der ereignisreichen Zeit im Kleinfeld an die großen Clubs abgegeben. „Verloren“ wäre das falsche Wort, aber natürlich schmerzt es, wenn man viel Energie und Aufmerksamkeit auf einen jungen Nachwuchssportler verwendet und ihn am Ende der Kleinfeldzeit zu einem anderen Club ziehen sieht. So oft wird man ihn (oder sie) dann nicht mehr bei der Fußballkunst bewundern können.

Im Kleinfeld, das tröstet ein wenig, macht uns bislang noch niemand etwas vor. Dort sind wir seit Jahren in allen höchsten Ligen verteten und spielen manchmal sogar ganz oben mit. Ab und an kommt ein Jahrgang, der Erstaunliches erreicht und lange zusammen bleibt, bis er dann die Kleinfeld-Zielmarke erreicht und vom Bunkerzauber eine Etage höher ins engagierte Jugend-Leistungsfußballs-System übersiedelt. Nicht immer ist der Weg in eine höhere Liga zum eigenen Besten, aber als persönliche Erfahrung zweifelsfrei einmalig.

Nicht, dass wir nicht auch das sportlich Beste im Großfeld erreichen wollten, aber um dort dauerhaft in den höchsten Ligen mitzuhalten, müssten einige Strukturen reformiert werden, nicht nur eigene im Verein. Die Ligen-Vererbungs-Gesetze des Berliner Fußballverbandes kommen nicht allen Clubs innerhalb des Verbandes zugute, eher den größeren und mittelgroßen. In Hamburg beispielsweise erspielt sich jedes Jugend-Team seine Ligenzugehörigkeit für das Folgejahr selbst. Das stärkt den Teamgeist und fördert Kontinuität. Aber natürlich wechseln auch dort die Talente früher oder später in die Nachwuchsleistungszentren. 

Bunkerzauber nennen wir unseren Kleinfeldfußball, weil er zu Füßen unseres Wahrzeichens im Estadio del Coerthe stattfindet – dem Fichtebunker, einem ehemaligen Gasometer. 

Egal ob nun Minifußball auf vier Tore oder rasanter Verbandsligakick in der D-Jugend – jede Altersstufe bringt fantastische Geschichten und Erlebnisse aufs Tapet, die manchen Bundesliga-Expertentalk weit übertreffen. Geschichten voller Tiefe und Emotionen, Leidenschaft und Engagement, die diese Altersstufe schon als eine absolut erlebnisreiche und erinnerungswürdige Zeit kennzeichnen. Es ist bereits alles angelegt: der große Traum wie auch der echte Schmerz.

Vielleicht ist es sogar der attraktivere Fußball, denn im Kleinfeld steht niemand im Abseits, sondern kann jederzeit tief angespielt werden. Freilich gilt auch da schon, stets hinter den Ball zu kommen und alles für sein Team zu geben. So verwandelt der Bunkerzauber die Jahre im Kleinfeld in eine Zeit voller magischer Momente und unvergesslicher Spiele, gewonnene wie verlorene. 

Alles, was danach kommt, ist zwar größer, schneller, raumgreifender, aber nicht unbedingt besser. 

Du hast ein paar super Spielszenen auf Video oder würdest gern dein Team promoten! Her mit dem stuff!

Gib mir ein A, gib mir ein M, gib mir ein A - und was heißt das?

AMATEURE lieben das Spiel !